Regelauslegung falscher Zielwurf.

  • Hallo zusammen,

    Nach langer Zeit tut sich mal wieder etwas in unserer Rubrik “Spielregeln”.

    Unser Boulekamerad Hermann Hilderink (Vorwärts NOH) hatte am letzten Spieltag folgendes Erlebnis, und möchte gerne hilfreiche Antworten dazu.


    Mit boulistischen Grüßen


    Albin



    Hallo in die Runde,


    am Samstag hatten wir in der 2 KK eine differierende Regelauslegung. Der geworfenen Zielkugel fehlten noch etliche Dezimeter bis 6,0 m - ich habe Sie verlegt - kein Thema - das wurde vom Gegner auch sofort anerkannt - alles okay.

    Das Gleiche passierte einige Aufnahmen später - wir haben keinen Kommentar gegeben und die erste Kugel abgewartet. Nach dem 1. Kugelwurf habe ich die ungültige Zielkugel moniert, der Gegner erkannte auch die Zielkugel unter 6,0 m sofort als unberechtigt an.

    Nach dem Verlegen auf ca. 9,0 m wollte der Gegner die bereits geworfene Kugel wiederholen. Mein Widerspruch wurde aber aus unseren eigenen Reihen mit dem Hinweis die Kugel dürfe wiederholt werden, nicht anerkannt.


    Nach Prüfung der Regel sehe ich mich in meiner Meinung bestätigt. Der Wurf der Zielkugel ist in dem Regelwerk klar beschrieben... In der Regel 16, 4 Abs. wird erklärt: Geworfene Kugel dürfen nicht noch einmal gespielt werden... Also ist der regelgerechte Zielkugelwurf von größerer Bedeutung.


    Gern erwarte ich zu diesem Thema Kommentare.

  • Hallo Albin


    Diese Situation sorgt immer wieder für Unstimmigkeiten. Leider gibt es in der Regel des Petanqueverbandes keine genaue Beschreibung zu dieser Situation.

    Im 16. Artikel steht wirklich drin, dass gespielte Kugeln nicht noch einmal gespielt werden dürfen.

    Ich sehe es aber so, dass damit nur Kugeln gemeint sind, die Regel konform gespielt wurden. Deshalb sollen ja auch ins "Aus" gespielte und geschossene Kugeln nicht vor Ende der Aufnahme, wieder aufgenommen werden (kommt auch noch vor).

    Wurde die Zielkugel zu kurz (unter 6 m) oder zu lang (über 10 m) geworfen und die erste Kugel gespielt, darf der Gegner die Länge noch korrigieren wenn sich beide Mannschaften einig darüber sind, dass die Länge nicht passt. Demnach ist die Aufnahme nicht Regel konform angefangen. Bis hier ist es verständlich.

    Ich sehe es so: Wird die Sau vom Gegner auf eine neue Stelle gelegt, die dann zwischen 6 und 10 m ist, ergibt sich ein Neuanfang. Es entsteht eine komplett neue Situation dadurch, dass der Gegner die Länge und Ort der Zielkugel entscheidet. Dies kann schon ein Nachteil für die Mannschaft sein, die eigentlich die Zielkugel werfen durfte. Eine zusätzliche Bestrafung, dadurch das sie die schon gelegte Kugel nicht noch einmal legen darf, ist zu viel der Bestrafung und wäre dann auch sicherlich in den Regeln so beschrieben. Die Kugel darf neu gelegt werden.

    Damit solche Situationen nicht auftreten, schlage ich vor, nach dem Wurf der Zielkugel, die Länge abzuschreiten und bei Fragwürdiger Länge, den Gegner nach seiner Meinung fragen. Ist er mit der Länge einverstanden, werfe ich die erste Kugel. Möchte der Gegner nachmessen, steht es ihm zu und ist nicht negativ zu bewerten auch dann nicht wenn er die Sau anschließend auf eine andere Stelle platziert. Wir wollen ja weiterhin Spaß am Spiel haben.


    Detlef und Stefan kennen sich da noch besser aus. Vielleicht schreiben die ja was dazu.


    Mit sportlichem Gruß Berthold