Wer kennt die richtige Regelauslegung ???

  • Folgende Spielsituation ergab sich kürzlich beim Training:
    Mannschaft A hat Aufnahmerecht und platziert die 1. Kugel ca. 35cm halblinks vor dem Schweinchen. Mannschaft B legt ihre 1. Kugel leicht rechts ebenfalls ca. 35cm hinter das Schweinchen und muss messen. Mannschaft B ist weiter entfernt und hat wieder Aufnahmerecht. Ihre 2. Kugel touchiert leicht die 1. Kugel des Gegners und läuft in´s Leere. Ohne die Berührung zu bemerken , wirft der Spieler aus Mannschaft B die 3. Kugel zügig hinterher und legt an das Schweinchen an.


    Mannschaft A protestiert und verweist darauf, dass ihre Kugel nicht mehr auf der 1. Position liegt und somit das Aufnahmerecht bei ihnen liegt, und die Vorteilsregel angewendet werden darf. (Wäre die 3. Kugel von Mannschaft B in´s Leere gelaufen, gäbe es mit Sicherheit keinen Protest)

    Frage: Hat Mannschaft A Recht mit seinem Einwand (Vorteilsregel) ? Wenn ja, was passiert mit der 3. Kugel von Mannschaft B ? Darf der Spieler diese Kugel wieder verwenden oder ist sie für diese Aufnahme ungültig ?


    Wer weiß die Antwort ?

    Wenn ihr Mitglied auf unserer Homepage seid , klickt auf „Antworten“ und schreibt eure Begründung in das Textfeld. Anschließend „Absenden“ nicht vergessen.

    Gruß Albin

  • Hallo Albin


    Meiner nach hätte Mannschaft A gleich protestieren müssen, als die 3 Kugel geworfen wurde, somit läuft das Spiel ganz normal weiter.


    Bei uns ist man manchmal auch der meinung, wenn vorm Schweinchen nichts liegt, weder eigene noch fremde, dann nicht darauf beharren das gemessen werden wird, sondern sagen das man auf 2 liegt und deshalb selber werfen lassen.


    Ist aber natürlich ein grosses Problem, man kann ja schon wieder werfen, wenn der Werfer A für sich sieht die Kugel ist zu lang und nicht mal abwarten bis die Kugel liegt. So schnell kann B gar nicht reagieren.


    In der Regelauslegung steht zwar geschrieben das zwischen 2 Würfen nicht mehr als 1 Minute liegen sollte ( Hätte Manfred Sundag ein Problem mit ) aber es steht nirgends das eine Max . Zeit vergehen soll.


    Jürgen

  • Hallo Albin,
    bezüglich auf deine Frage habe ich nur die Antwort gefunden, das hier der Artikel 30 ( Reklamationen ) anzuwenden ist. Hier heißt es, "Jede Mannschaft ist für die Überwachung der gegnerischen Mannschaft verantwortlich" ( Lizenz, Kategorie, Spielfeld, Kugeln usw. ...).


    Anderseits habe ich die Frage, was ist die Vorteilsregel? Ich habe die Vorteilsregel in den Offizielle Petanque-Spielregeln nicht gefunden. Wo steht die Vorteilsregel? bis dann... Stefan

  • Hallo Stefan,


    Theo hat Recht. Im Artikel 24 kommt der Begriff "Vorteilsregel" vor. Eine eindeutige Definierung kann ich momentan auch nicht finden. Aber in einschlägiger Bouleliteratur wird des öfteren davon geschrieben (Wurf aus dem falschen Kreis oder mit falscher Kugel) Wir suchen weiter ?(



    Gruß Albin

  • Ich finde den Begriff Vorteilsregel nicht in Artikel 24 sondern in Artiekl 23 des seit 1.1.2009 gültigen Regelwerks.
    Ich definiere die Vorteilsregel so, dass regelwidriges Verhalten des Gegners nicht reklamiert sondern akzeptiert wird, besonders dann, wenn ich mich dadurch nicht benachteiligt ( - also evtl. sogar bevorteilt) fühle.


    Zur Regelfrage:
    Für mich ist die 3. Kugel der Mannschaft B ungültig. Ich würde nicht die Vorteilsregel anwenden, sondern reklamieren.
    Begründung: Artikel 15 - Das Werfen der Kugel - Abs. 1 Satz 2


    Wenn die 2. Kugel von Mannschaft B etwas verändert hat, diese es aber nicht gemerkt hat, ist sie selber schuld.
    (für Jürgen Diekmann: die 1 Minutenregel wäre hier sehr hilfreich gewesen, anstatt sofort zu werfen - oder ?)
    Als Mannschaft A hätte ich evtl. die Vorteilsregelung angewandt, wenn die 3. Kugel sehr schlecht gewesen wäre, aber nicht
    wenn sie für Punkt an der Sau liegt. Wenn es allerdings die 5. oder 6. Kugel gewesen wäre und ich als A noch genügend
    Reaktionskugeln sowie ein guter Tireur in der Mannschaft, könnten sich auch wiederum neue Gründe für eine Vorteilsregel ergeben.


    Diese 3. Kugel ist ungültig, da sie nach Artikel 15 Abs 1, Satz 2 nicht geworfen werden durfte. Ungültige Kugeln sind zu
    entfernen nach Artikel 18 Abs. 4 Satz 1
    Diese darf auch nicht noch einmal gespielt werden - entsprechend Artikel 15 Abs 4.


    Falls diese Begründung für den ein oder anderen nicht plausibel erscheint, bin ich gern bereit, diese Frage einem
    mir gut bekannten offiziellen Schiedsrichter zu stellen. Oder auch andere schwierige Situationen. Dann lasst es mich bitte
    wissen.

  • Hallo


    Ob damit der Gordische Knoten gelöst wurde bezweifle ich aber noch an, denn wie im Spiel dargestellt hat die Mannschaft B die Kugel an das Schweinchen gelegt und könnte darauf beharren das die Kugel das Schweinchen mitgenommen hat. Oder was ist wenn die 3 Kugel der Mannschaft B zuerst die linke Kugel des Gegners berührt hätte und dann das Schweinchen, denn wer markiert schon jede Kugel ( Sau ) an ihrem Platz, um sie, wie in diesem Fall, vielleicht zurück zu legen und Messen zu können, weil Mannschaft A meint sie wäre dran gewesen.


    Jürgen D.